Baby Pucken

Schläft Dein Baby schlecht ein und schreit es viel, kannst Du es Pucken. Das Baby wird fest in eine Decke eingewickelt. Diese Wickeltechnik vermittelt dem Baby Geborgenheit. Das Baby schläft besser ein und ist ruhiger. Einige Kinderärzte kritisieren diese Technik aufgrund der Gefahr eine Hüftdysplasie.

Pucken - eine spezielle Wickeltechnik

Das Schlafbedürfnis von Babys in den ersten Lebenswochen ist individuell unterschiedlich. Während einige Babys kaum Probleme mit dem Schlafen haben, wollen andere nicht einschlafen und sind schnell wieder wach. Eine Methode, ein Baby zu beruhigen, ist das Pucken. Es handelt sich dabei um eine besondere Wickeltechnik, bei der Du das Baby eng in eine Decke einwickelst. Diese Wickelmethode vermittelt dem Baby Schutz und Geborgenheit. Sogar Schreibabys lassen sich damit beruhigen. Das Pucken geht auf eine historische Wickelmethode zurück, die bereits um 100 nach Christus von einigen antiken Ärzten beschrieben wurde. Die weichen Glieder von Babys sollten durch festes Wickeln vor Deformationen geschützt werden.

Was ist Pucken?

Beim Pucken wickelst Du das Baby fest in eine Decke ein. Das Baby kann sich nur wenig bewegen, da die Gliedmaßen eng an den Körper fixiert werden. Du fragst Dich vielleicht, ob sich das Baby dadurch nicht eingeengt und behindert fühlt. Das ist nicht der Fall. In den ersten Lebenswochen haben Babys keinen großen Bewegungsdrang. Im Mutterleib ist der Bewegungsspielraum nur sehr gering. Das Pucken simuliert diese Umgebung und vermittelt dem Baby Geborgenheit.

Baby Pucken mit einem Tuch

Baby Pucken - Warum?

Babys werden aus mehreren Gründen gepuckt. Kann das Baby nicht schlafen, kann es mit Pucken beruhigt werden. Viele Babys fühlen sich durch diese Enge geborgen und werden ruhiger. Es wird angenommen, dass gepuckte Babys seltener unter Blähungen leiden. Blähungen entstehen, wenn ein Baby viel Luft schluckt. Das passiert auch, wenn das Baby schreit. Puckst Du Dein Baby, schreit es weniger, da es Sicherheit und Geborgenheit spürt. 
Die Wickelmethode soll den Moro-Reflex unterdrücken. Bei diesem angeborenen Reflex breiten Babys ruckartig Arme und Beine aus, wenn sie in ihrer Umgebung Geräusche oder Erschütterungen wahrnehmen. So reagieren Babys auch im Schlaf auf plötzliche Geräusche. Das Baby schreckt durch diesen Reflex selbst aus dem Schlaf und schreit. Wird das Baby gepuckt, kann es besser durchschlafen.

So kannst du Dein Baby Pucken

Zum Pucken benötigst Du eine Decke, ein Tuch oder einen Pucksack. Du solltest Decke oder Tuch abhängig von der Temperatur wählen. An warmen Tagen reicht ein leichtes Moltontuch aus, während an kühleren Tagen eine Wolldecke geeignet ist. Eine Daunendecke solltest Du nicht verwenden, da das Baby darunter zu schnell schwitzt. Schnell kann eine zu warme Decke zur Überhitzung und zu einem hohen Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung) führen. Da die Decke wärmt, reicht Unterwäsche für das Baby völlig aus. Damit das Baby nicht auskühlt, sollte es eine leichte Mütze aus Baumwolle tragen. Eine Pucken Anleitung ist auf verschiedenen Webseiten dargestellt und wird in Videos erläutert. 
Zuerst breitest Du die Decke rautenförmig auf dem Wickeltisch aus und schlägst die obere Ecke um. Du legst das Baby auf die Decke. Die obere Kante der Decke muss sich im Nacken des Babys befinden. Die Arme des Babys müssen parallel zum Körper des Babys liegen. Die rechte Seite der Decke ziehst Du über den Körper des Babys. Auf der linken Seite steckst Du sie unter den Körper. Die untere Spitze der Decke schlägst Du nach oben. Sie sollte etwa bis zur Brust des Babys reichen. Nun ziehst Du die andere Seite der Decke über den Körper des Babys und legst das Baby auf dem Rücken ins Bettchen.

Was Du beim Pucken beachten solltest

Einige Kinderärzte kritisieren das Pucken. Sie sind der Meinung, dass Nerven eingeklemmt werden könnten oder dass das Baby Schwierigkeiten beim Atmen hat. Auch die Gefahr, dass das Baby stark schwitzt, wird von vielen Ärzten angesprochen. Eine Hüftdysplasie kann begünstigt werden. Um die Risiken auszuschließen, solltest Du einiges beachten. Du solltest Dir von einer Hebamme zeigen lassen, wie Du richtig puckst. Es ist wichtig, dass Du Dein Baby nicht zu fest einwickelst. Damit sich Dein Baby nicht überhitzen kann, solltest Du es immer wieder kontrollieren. Ist der Kopf heiß oder nass, musst Du das Baby auspacken. Ein Griff in den Nacken des Babys verrät Dir ebenfalls, ob es für Dein Baby in der Decke zu warm ist.
Ein gepucktes Baby darf nur auf dem Rücken liegen. Würde es auf der Seite oder auf dem Bauch liegen, besteht die Gefahr eines plötzlichen Kindstods.

Wann können Babys gepuckt werden?

Babys können bereits vom ersten Tag an gepuckt werden. In den ersten Lebensmonaten schlafen Babys auch am Tage noch viel. Am Tag und in der Nacht kannst Du das Baby Pucken, wenn es unruhig ist und nicht schlafen will. Schläft Dein Baby ruhig ein und hat es keine Probleme mit dem Durchschlafen, musst Du es nicht Pucken.

Wie lange sollte ein Baby gepuckt werden?

Viele Babys reagieren positiv auf das Einwickeln in die Decke, da sie Deine Aufmerksamkeit erhalten. Sie fühlen sich sicher und geborgen. Andere Babys wehren sich zuerst dagegen, doch dann geben sie auf und lassen sich einwickeln. Dein Baby sollte mit dem Pucken keine negativen Erfahrungen verbinden. Wehrt es sich dagegen, solltest Du darauf verzichten. Viele Babys nehmen das Einwickeln zunächst positiv wahr. Im Laufe der Zeit, wenn sie mobiler werden, möchten sie oft nicht mehr gepuckt werden. Du solltest dann damit aufhören.
Ein Baby sollte spätestens dann nicht mehr gepuckt werden, wenn es sich auf den Bauch drehen kann. Das Baby wird etwa ab dem dritten Monat mobiler. Der Bewegungsdrang prägt sich aus. Das Nervensystem des Babys entwickelt sich. Der Moro-Reflex geht in diesem Alter zurück und verschwindet schließlich vollständig. Ab einem Alter von drei Monaten schläft Dein Baby am Tage weniger. Du solltest es am Tage nicht mehr Pucken. Das Baby sollte nur noch in der Nacht gepuckt werden, wenn es nicht schlafen kann. Spätestens ab dem fünften Lebensmonat sollte das Baby nicht mehr gepuckt werden.

Baby schläft durch Pucken

Wann eignet sich das Pucken?

Einige Hebammen empfehlen das Pucken für Frühchen. Auf Frühgeborenenstationen werden die Frühchen nur locker gewickelt. Die Bewegung wird teilweise sogar mit einer speziellen Wickeltechnik gefördert. Ist Dein Baby ein Frühchen, kannst Du ausprobieren, wie es auf das Pucken reagiert. Wehrt es sich, solltest Du darauf verzichten oder dsa Baby nur locker wickeln.
Das Pucken ist für sehr unruhige Babys geeignet. Wacht Dein Baby häufig auf, kann der Moro-Reflex der Grund dafür sein. Du kannst es mit Pucken probieren. Auch Schreibabys profitieren von dieser Wickeltechnik. Viele Babys schreien, da sie unter Dreimonatskoliken leiden. Es handelt sich dabei um Blähungen, die möglicherweise durch das Luftschlucken beim Schreien verursacht werden. 
Das Baby sollte nicht gepuckt werden, wenn es Fieber hat. Es kann unter der Decke schwitzen und schnell unter Überhitzung leiden. Schnell kann es zu einem Hitzestau kommen, der in schweren Fällen sogar tödlich enden kann.
Das Baby darf nicht gepuckt werden, wenn es eine Spreizhose trägt. Eine Spreizhose wird zur Vorbeugung oder zur Behandlung einer Hüftdysplasie getragen. Das Risiko einer Hüftdysplasie wird erhöht, wenn das Baby gepuckt wird.
An heißen Sommertagen solltest Du das Baby nicht Pucken, auch wenn es aufgrund der Hitze nicht schlafen kann. Die Gefahr eines Hitzestaus ist zu groß, wenn Du Dein Baby an heißen Tagen puckst. 

Wie Du Deinem Baby das Pucken abgewöhnen kannst

Viele Babys gewöhnen sich das Pucken selbst ab. Du solltest auf die Signale Deines Babys reagieren. Dein Baby lässt sich nicht mehr bereitwillig in die Decke einwickeln, wenn es nicht mehr gepuckt werden will.
Ist das Baby bereits fünf Monate alt, wird es Zeit zum Abgewöhnen, wenn das noch nicht erfolgt ist. Auf keinen Fall solltest Du radikal vorgehen. Puckst Du Dein Baby plötzlich nicht mehr, kann es darauf mit Schreiattacken reagieren. Das solltest Du vermeiden.
Es ist für Dich und Dein Baby besser, wenn Du beim Abgewöhnen behutsam vorgehst. Das gelingt, wenn Du die Decke immer lockerer wickelst. Dein Baby bemerkt das kaum und fühlt sich weiterhin geborgen. Schließlich kommt es irgendwann völlig ohne Decke aus.

Besserer Schlaf mit dem Schlafsack

Hast Du Deinem Baby das Pucken abgewöhnt oder puckst Du Dein Baby nicht, solltest Du ihm einen Schlafsack anziehen. Ein Schlafsack ist besser als ein Deckbett. Er erschwert dem Baby das Umdrehen und kann den plötzlichen Kindstod verhindern. Der Schlafsack sollte nicht zu groß gekauft werden. Das Baby sollte in den Schlafsack nicht hineinwachsen, sondern herauswachsen. Schlafsäcke für Babys kannst Du entsprechend der Jahreszeit aus warmem oder leichtem Material wählen.
Ein Pucksack ist ähnlich wie ein Schlafsack. Er liegt eng am Oberkörper an und schränkt die Bewegung der Beine weniger ein. Das Unterteil des Pucksacks ist ballonartig geschnitten.

Vorteile des Puckens

Das Pucken hat einige Vorteile. Das Baby schläft besser ein und schreit weniger. Blähungen können reduziert werden. Da sich das Baby geborgen fühlt und der Moro Reflex unterdrückt wird, schreckt das Baby seltener aus dem Schlaf auf. Das Baby schläft besser durch und schläft länger. Es kann sich besser an einen festen Schlafrhythmus gewöhnen. 

Nachteile des Puckens

Viele Kinderärzte kritisieren, dass eine Hüftdysplasie mit dieser Wickeltechnik begünstigt werden kann. Mit einem Pucksack ist das Risiko geringer. Besonders an heißen Tagen besteht die Gefahr einer Überhitzung. Du solltest Dein Baby an heißen Tagen lockerer wickeln. Einige Ärzte sind der Meinung, dass das Risiko einer Atemwegsinfektion höher ist. Das ist durch zu festes Wickeln und durch Überhitzung möglich, wenn das Kind anschließend auskühlt. Der Körperkontakt ist geringer, da das Baby in seinen Bewegungen eingeschränkt ist. Ein Nachteil besteht auch darin, dass Du Dein Baby häufiger kontrollieren musst, ob es überhitzt ist. 

Ein gesundes Maß finden

Dein Baby muss nicht immer gepuckt werden. Schläft es ruhig ein, kannst Du auf das feste Wickeln verzichten. Du gewöhnst Deinem Baby das Einschlafen in der Decke nicht an und hast später keine Probleme beim Abgewöhnen. Du solltest das Baby nur dann Pucken, wenn es nicht schlafen kann. So ist das Risiko einer Hüftdysplasie oder einer Überhitzung geringer. Will Dein Baby nicht schlafen, kannst Du es aus dem Bettchen nehmen und auf dem Arm tragen. Ein guter Kontakt zwischen Dir und Deinem Baby ist gewährleistet.